Nutzungsordnung
Stand: 20. August 2026
1. Warum es diese Ordnung gibt
Tell ist eine gemeinsam genutzte Plattform. Alle Kanäle laufen über dieselbe Infrastruktur und stehen bei WhatsApp im selben Licht. Wenn ein einziger Kunde Werbung an tausend fremde Nummern schickt, wird nicht nur seine Nummer gesperrt — er zieht die Aufmerksamkeit auf die ganze Plattform und gefährdet damit die Nummern aller anderen.
Diese Ordnung ist deshalb keine Formalität, die man wegklickt. Sie ist der Grund, warum dein Kanal in einem Jahr noch funktioniert. Wir setzen sie technisch durch, nicht nur auf dem Papier.
2. Wofür du Tell nutzen darfst
- Nachrichten an Menschen, die mit dir in Geschäftsbeziehung stehen oder dich angefragt haben
- Antworten auf eingehende Nachrichten
- Termin-, Liefer-, Auftrags- und Statusmeldungen an die betroffene Person
- Belege, Rechnungen, Bestätigungen und Erinnerungen an Beteiligte
- Mitteilungen an Personen, die dafür ausdrücklich ihre Einwilligung erteilt haben und diese jederzeit widerrufen können
3. Was untersagt ist
- Massenversand an Empfängerinnen und Empfänger, die dem nicht zugestimmt haben
- Kaltakquise — Werbung an Menschen ohne bestehende Geschäftsbeziehung
- Gekaufte, gemietete oder gesammelte Nummernlisten, gleich aus welcher Quelle
- Phishing, Betrug, Vortäuschen einer fremden Identität oder Nachrichten, die Empfänger über den Absender täuschen
- Rechtswidrige Inhalte, Belästigung, Bedrohung
- Weiterverkauf oder Weitervermietung des Zugangs an Dritte ohne schriftliche Vereinbarung mit uns
- Umgehungsversuche — mehrere Kanäle aufteilen, um Grenzen zu unterlaufen, Nachrichten künstlich variieren, um die Erkennung zu täuschen
4. Rechtlicher Rahmen
In der Schweiz gilt Massenwerbung ohne Einwilligung als unlauterer Wettbewerb (Art. 3 Abs. 1 lit. o UWG). Verlangt sind eine vorgängige Einwilligung, ein korrekter Absender und ein einfacher Weg, weitere Nachrichten abzulehnen. Das ist kein Detail: Verstösse können straf- und zivilrechtliche Folgen haben, und zwar für dich als Absender.
Unabhängig davon verstösst automatisierter Zugriff gegen die Nutzungsbedingungen von WhatsApp. Das gilt für Tell wie für jeden vergleichbaren Dienst. Wir sagen das offen — auf der Startseite steht, was daraus folgt.
5. Wie wir das durchsetzen
Diese Massnahmen laufen automatisch, ohne dass jemand mitliest:
- Durchsatzgrenzen pro Kanal — pro Minute und pro Tag, mit Aufwärmphase für neue Nummern (Werte in der Dokumentation)
- Erkennung gleichartiger Nachrichten an viele verschiedene Empfänger in kurzer Zeit, auch bei oberflächlicher Abwandlung des Textes
- Beobachtung des Verhältnisses von Erstkontakten zu Antworten: Ein Kanal, der fast nur an Unbekannte sendet und kaum Antworten erhält, wird gedrosselt
- Beobachtung von Zustell- und Blockierquoten
Greift eine dieser Erkennungen, antwortet die API mit 451 beziehungsweise
429 und der Kanal wird gebremst. Wir melden uns bei dir, statt dich
raten zu lassen.
Zur Klarstellung: Diese Prüfungen arbeiten mit Zähl- und Ähnlichkeitswerten über das Versandmuster. Sie sind nicht dazu da, deine Gespräche zu lesen, und niemand bei uns tut das im Normalbetrieb.
6. Folgen bei Verstoss
Je nach Schwere und danach, ob es sich wiederholt:
- Drosselung des Kanals und Meldung an dich
- Vorübergehende Sperrung des Kanals
- Kündigung des Vertrags ohne Rückerstattung des laufenden Monats
Bei offensichtlichem Betrug oder rechtswidrigen Inhalten sperren wir sofort und ohne Vorwarnung. Entsteht uns durch deinen Verstoss ein Schaden — etwa weil unsere Infrastruktur dadurch gesperrt wird — behalten wir uns vor, ihn geltend zu machen.
7. Datenschutz: wer wofür verantwortlich ist
Über Tell laufen Nachrichten von Menschen, die mit uns keinen Vertrag haben. Die Rollen sind deshalb klar verteilt:
- Du bist Verantwortlicher im Sinne des Schweizer Datenschutzgesetzes. Du entscheidest, wem du schreibst und warum, du holst nötige Einwilligungen ein, du informierst die betroffenen Personen und du beantwortest ihre Auskunfts- und Löschbegehren.
- Tell ist Auftragsbearbeiter. Wir verarbeiten die Daten nur, um den Dienst zu erbringen, nach deinen Weisungen, und geben sie nicht weiter. Einen Auftragsbearbeitungsvertrag stellen wir auf Wunsch bereit.
Nachrichteninhalte werden nur so lange gespeichert, wie es für Zustellung und Wiederholversuche nötig ist. Verbindungsdaten deiner Kanäle bewahren wir für Betrieb und Fehlersuche auf. Nach Vertragsende löschen wir Kanaldaten innerhalb von 30 Tagen.
8. Missbrauch melden
Wenn dich über einen Tell-Kanal unerwünschte Nachrichten erreichen, melde das an [email protected]. Solche Meldungen prüfen wir vorrangig. Wir sind der Betreiber und nehmen das ernst — nicht aus Freundlichkeit, sondern weil ein Kanal, der Menschen belästigt, unser gesamtes Netz gefährdet.
9. Änderungen
Wir können diese Ordnung anpassen, wenn sich Recht, Plattformbedingungen oder Missbrauchsmuster ändern. Wesentliche Änderungen kündigen wir mindestens 30 Tage vorher per E-Mail an. Bist du nicht einverstanden, kannst du bis zum Inkrafttreten kündigen.
Unklar, ob dein Anwendungsfall hier hineinpasst? Frag lieber vorher: [email protected]. Wir sagen dir ehrlich, ob es geht — und wenn nicht, welcher Weg der richtige wäre.